Der Zuschlag bei einer Großhandelsauktion ist nur ein Teil Ihrer Kosten. Gebühren, Transport, Aufbereitung und bei Importen die NoVA kommen dazu. Wer sie nicht vor dem Bieten rechnet, kauft Fahrzeuge, die erst Wochen später in der Buchhaltung als Verlust auftauchen.
„Das Geld liegt im Einkauf.“ Den Satz kennt jeder Händler. Die andere Hälfte wird selten ausgesprochen: Im Einkauf geht das Geld auch am schnellsten verloren. Großhandelsplattformen wie AUTO1 haben jedem Händler Tausende Fahrzeuge zugänglich gemacht, mit wenigen Klicks bieten Sie auf einen Kombi aus Hamburg oder einen SUV aus Rotterdam. Zwischen Zuschlag und Gewinn liegen aber Kosten, die viele erst in der Monatsabrechnung vollständig sehen.
Das Problem beginnt mit der falschen Reihenfolge. Viele Händler sehen ein Fahrzeug, schätzen grob den Verkaufspreis, ziehen das Gebot ab und halten die Differenz für ihre Marge. Diese Rechnung lässt fünf bis acht Kostenpositionen aus, die zusammen mehrere tausend Euro ausmachen können. Aus einer vermeintlichen Marge von 2.000 € werden so schnell 800 €, oder gar nichts.
Was zwischen Zuschlag und Verkauf anfällt
Die erste Position nach dem Gebot ist die Gebühr der Plattform, bei AUTO1 eine Servicegebühr von einigen hundert Euro je Fahrzeug. Dazu kommt der Transport: je nach Abholort und Ziel meist einige hundert Euro, bei langen Strecken oder Expresslieferung mehr.
Für österreichische Händler folgt die Position, die am häufigsten unterschätzt wird: die NoVA. Bei einem Fahrzeug aus Deutschland oder einem anderen EU-Land fällt sie an, wenn es in Österreich zugelassen wird, und Sie müssen sie in Ihrem Verkaufspreis unterbringen. Der Satz hängt am CO₂-Wert nach WLTP und, bei Gebrauchtfahrzeugen, am Tarif des Jahres der Erstzulassung. Liegt der CO₂-Wert über der Malusgrenze, bei Erstzulassungen seit Juli 2021 je nach Jahr zwischen 155 und 200 g/km, kommt für jedes Gramm darüber ein Zuschlag dazu. Bei starken SUVs und Limousinen wird die NoVA so schnell zum größten Posten nach dem Kaufpreis.
Dazu kommen der Datenauszug für die Genehmigungsdatenbank, die § 57a-Begutachtung, wenn das Pickerl fällig ist, Überstellungskennzeichen und die Aufbereitung. Schon eine gründliche Reinigung mit Politur und Innenraum kostet einige hundert Euro. Kleine Reparaturen, die im Zustandsbericht gefehlt haben, summieren sich schnell.
Die richtige Reihenfolge: Marktpreis zuerst
Kalkulation beginnt nicht beim Gebot, sondern beim realistischen Verkaufspreis. Bevor Sie bieten, brauchen Sie eine Antwort auf eine Frage: Was zahlt ein Kunde in Ihrer Region für genau dieses Fahrzeug? Auf AutoScout24 und den anderen großen Börsen sehen Sie, wo vergleichbare Fahrzeuge mit ähnlicher Laufleistung und Ausstattung inseriert sind. Verkauft wird meist unter dem Inseratspreis. Wer mit dem Inseratspreis rechnet, überschätzt seine Marge.
Ein Beispiel zeigt die Lücke. Bei AUTO1 steht ein VW Golf VIII 1.5 TSI, Erstzulassung 2022, 45.000 km, gute Ausstattung, 138 g/km CO₂. Das Gebot liegt bei 14.500 € netto. Vergleichbare Fahrzeuge sind in Österreich um 19.500 bis 21.000 € inseriert, realistisch erzielen Sie 18.500 € inklusive Umsatzsteuer und NoVA.
Nun die Rechnung. Zum Gebot kommen in unserem Beispiel 400 € Servicegebühr, 450 € Transport aus Süddeutschland, 180 € für den Datenauszug und 200 € Aufbereitung. Ihre Kosten: 15.730 €. Aus den 18.500 € gehen die Umsatzsteuer und die NoVA ab, die bei diesem Golf nach dem Tarif von 2022 rund 6 Prozent beträgt, abzüglich eines Abzugsbetrags, etwa 710 €. Ihnen bleiben rund 14.820 €. Sie verlieren also rund 900 € pro Fahrzeug. Was auf der Auktionsseite wie ein gutes Geschäft aussah, ist ein sicherer Verlust.
Mit einem Höchstgebot von 12.000 € läge die Marge bei rund 1.600 €, ein realistischer Wert für dieses Preissegment.
Vor dem Bieten rechnen, nicht danach
Rechnen Sie jedes Fahrzeug durch, bevor Sie ein Gebot abgeben. In der Praxis scheitert das an der Geschwindigkeit der Auktionen und an der NoVA. Wer bei einer 24-Stunden-Auktion auf zwanzig Fahrzeuge bieten will, kann nicht für jedes Marktpreise recherchieren, den CO₂-Wert nachschlagen, die NoVA rechnen und die Nebenkosten zusammentragen.
Dafür gibt es die AUTO1-Erweiterung von Autoblicker. Sie zeigt direkt bei AUTO1 neben jedem Fahrzeug den Marktpreis, die Gebühren, die NoVA und, mit Ihren eigenen Nebenkosten, die Marge, die beim geplanten Verkaufspreis übrig bleibt. Statt im Nachhinein festzustellen, dass ein Kauf Verlust gebracht hat, wissen Sie vor dem Klick, ob sich das Bieten lohnt.
Die Disziplin liegt im Verzicht. Erfahrene Händler wissen, dass ihre besten Monate oft jene sind, in denen sie mehr Fahrzeuge ausgelassen als gekauft haben. Wer seine Höchstgebote an der vollen Kostenrechnung ausrichtet, wird öfter überboten, kauft aber nur Fahrzeuge, die Geld verdienen.





